Ein Fettnäpfchen das keines war: Britische Ministerin schenkt taiwanesischem Stadtpräsidenten eine Uhr

von Maja Blumer

In der britischen Presse wurde gross aufgebauscht, dass die Britische Transportministerin Lady Kramer dem Bürgermeister von Taipei, Ko Wenjie, eine Uhr geschenkt hat.

TAIWAN OUT AFP PHOTOSTR/AFP/Getty Images

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Weil Ko mit einem seiner für ihn typischen saloppen Sprüche auf das Geschenk reagiert hatte, glaubte die britische Presse, Lady Kramer sei in ein Fettnäpfchen getreten. Eine Uhr zu schenken sei in China Tabu, meint die britische Presse zu wissen. Das mag für die Volksrepublik China stimmen, und dort auch nur insoweit als es sich um eine Uhr von der Sorte handelt, die an der Wand aufgehängt oder auf einem Tisch aufgestellt wird. Dies, weil „eine Wanduhr schenken“ (送钟 sòngzhōng) genau gleich klingt wie „an einer Beerdigung teilnehmen“ (送终 sòngzhōng). Armbanduhren (手表shǒubiǎo) werden dagegen auch in Festlandchina mit grösstem Vergnügen entgegengenommen (nicht zuletzt von korrupten Beamten, jedenfalls bis zur neuesten Antikorruptionskampagne). Da Lady Kramer dem Bürgermeister von Taipei eine Taschenuhr geschenkt hat, hätte sie auch nach festlandchinesischer Tradition keinen Fauxpas begangen. Weiterlesen