铁饭碗 – Eiserne Reisschale

«Man muß in jeder Armee-Einheit eine Bewegung zur Unterstützung der Funktionäre und Sorge für die Soldaten durchführen, das heißt die Funktionäre aufrufen, sich fürsorglich um die Soldaten zu kümmern, und zugleich an die Soldaten appellieren, die Funktionäre zu unterstützen.»
Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung

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Die «Eiserne Reisschale» steht für einen Arbeitsplatz, der unkündbar ist und ein stetes Einkommen, das nicht von der Arbeitsleistung abhängig ist und Sozialleistungen mit sich bringt. In der Frühphase der Volksrepublik China war ein derartiger Arbeitsplatz äußerst erstrebenswert und ihre Schaffung ein wichtiges politisches Ziel. Weiterlesen

Verschwunden, verhaftet, verurteilt, vertrieben, verstorben: Das riskante Leben der chinesischen Banker

China hat sich nach wie vor den Kommunismus auf die Fahne geschrieben. Entsprechend sind Kapitalisten aller Art weiterhin suspekt, auch wenn die Volksrepublik längst zur Werkhalle der Welt geworden ist. Allen voran geht es in der neuesten Kampagne den Köpfen der Finanzwelt an den Kragen. Zahlreiche Top-Banker sind dieses Jahr (vorübergehend) verschwunden (shilian, 失联). Ein Aderlass in der Bankenwelt war insbesondere im November/Dezember 2015 zu verzeichnen: Bei CITIC verschwanden gleich 6 Mitglieder der obersten Führungsebene (bestehend aus 8 Mitgliedern), bei Fosun der «Warren Buffett Chinas», Guo Guangchang.

«Verschwinden» kann dabei dreierlei bedeuten: Bei einem Mitglied der kommunistischen Partei heisst es in der Regel, dass die Person im System des «shuanggui» (双规) an einem geheimen Ort für eine gewisse Zeit (Tage, Wochen oder Monate, oder einfach bis ein Geständnis abgelegt wird) festgehalten wird. Weiterlesen

Direttissima zur Dissertation #4: Die Disposition

Meiner Empfindung nach ist der leidvollste Teil eines Dissertationsprojekts die Disposition, auch Exposé genannt, mit dem das Konzept der Dissertaton vorgestellt werden soll. Es erfüllt primär zwei Zwecke: Erstens soll die Disposition den Doktorvater/die Doktormutter von der Qualität seines Projekts überzeugen – gegebenenfalls auch die Geldgeber, wenn man sich für Fördergelder oder ein Graduiertenkolleg bewerben will. Zweitens sollte das Exposé für den Dissertanden auch eine Art Karte, die ihm den möglichst direkten Weg zur Dissertation weist. Weiterlesen

Direttissima zur Dissertation #3: Wie finde ich mein Thema?

Ein fesselndes Dissertationsthema ist das Wichtigste, um bei vorhandener Anfangsmotivation auch den nötigen Durchhaltewillen zu haben. Ideal für die Motivation ist, wenn man den Gegenstand seiner Forschung so sehr liebt, dass man sich mit nichts anderem mehr beschäftigen möchte, sich wie ein Entdecker eines neuen Kontinents fühlt und am Ende das Gefühl hat, einer von ganz wenigen Experten in diesem Gebiet zu sein. Solche Fälle gibt es, doch sind diese Art Themen meist solche, die einem von selbst finden – etwa eine Frage, die sich in der Berufspraxis auftaucht, auf die man keine befriedigende Antwort findet. Weiterlesen

Direttissima zur Dissertation #2: Motiviert?

Studienabsolventen, die eine Promotion anstreben, gibt es viele, doch geschätzte zwei Drittel davon brechen ihr Doktorat früher oder später ab. Selbst die Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter (a.k.a. Assistent) an einer Universität oder gar ein Stipendium bewahren nicht vor diesem Schicksal. Es lohnt sich deshalb, sich erst einmal Gedanken über seine Motive zu machen, bevor man ein Promotionsvorhaben in Angriff nimmt, für das dann die Motivation für mehrere Monate – oder Jahre – ausreichen muss. Weiterlesen

Direttissima zur Dissertation #1: Anfangen. Jetzt.

Wie viele meiner Bekannten hat Philipp, Unternehmensjurist in einem grossen Rohstoffkonzern, vor, eine Diss zu schreiben. «Jetzt werde ich dann wirklich anfangen», verkündete er neulich. Seine Freundin skeptisch: «Hast Du das nicht schon vor sieben Jahren gesagt?» Wie Philipp geht es vielen. Der Entschluss, zu promovieren, ist schnell gefasst. Doch aller Anfang ist schwer, und abertausende von Dissertationsprojekten liegen schon als namenlose Leichen auf dem Friedhof der toten Gedanken. Um seinen Promotionsplänen dieses Schicksal zu ersparen, gibt es nur eins: Anfangen! Weiterlesen

Neue Blogserie: „Direttissima zur Dissertation“

Am 1. November startet der Fajus Verlag eine neue Blogserie mit dem Titel „Direttissima zur Dissertation“. Ziel ist, unseren Autoren, die dereinst in unserer „Goldenen Reihe“ ihre Abschlussarbeit veröffentlichen, Hilfen zu bieten. Die Ausführungen beziehen sich aufgrund unserer Spezialisierung in erster Line auf juristische Dissertationen im deutschsprachigen Raum und mit Bezug auf China und Ostasien. Sie soll aber auch Lesern nützen, die in anderen Fachbereichen promovieren wollen.

Die Autorin, Maja Blumer, hat selber an der Universität Bern zum Thema „Bilanzkosmetik und Schadenersatz“ promoviert und anschliessend zahlreiche Fachbücher und Beiträge in juristischen Zeitschriften und Sammelbänden publiziert. Im Rahmen ihrer akademischen Tätigkeit hat sie zudem zahlreiche Abschlussarbeiten begleitet.